Jahreslosung 2019 & Visuelle Gedanken zu Gott

40 Ideen zur Fastenzeit vor Ostern

40 Ideen zur Fastenzeit vor Ostern

Morgen beginnt für Christen die Fastenzeit vor Ostern. 40 Tage lang – gezählt wird ohne die Sonntage – kann man auf etwas verzichten, um Freiraum für Neues zu schaffen und sich auf das Wesentliche auszurichten. 

 

Was soll mir das bringen?

Es lohnt sich immer, mal seine eingeschliffenen Gewohnheiten zu hinterfragen. In der Fastenzeit kann es darum gehen, das wegzulassen, was zu viel oder was schlicht unnötig und schädlich für uns und andere ist. Wenn du etwas weglässt, dann hast du mehr Zeit, dich auf neue Dinge einzulassen. Oft sind wir blockiert von viel zu vielen Dingen, einem zu engen Zeitplan, zu vielen Informationen, Erwartungen, Gedanken. Dinge loszulassen kann heißen, deine Antenne neu nach Gott auszurichten, Zeit für dich zu haben, mehr Sinn zu erfahren, dich endlich mehr um deine Gesundheit zu kümmern und unseren Planeten vor weiterer Ressourcenverschwendung zu bewahren.

 

40 Ideen zu 7 Wochen Fasten

Naja, es sind eigentlich nicht genau 7 Wochen, aber das klingt halt besser. Das hat auch die evangelische Kirche bemerkt, die sich in Ihrer jährlichen Aktion „7 Wochen ohne“ immer einem Hauptthema widmet. Dieses Jahr geht es dort um „Sieben Wochen ohne Lügen“.

Die Fastenzeit beginnt immer am Aschermittwoch und endet am Ostersonntag. Die absoluten Klassiker beim Fasten in der heutigen Zeit sind der Verzicht auf Alkohol, Nikotin, Süßigkeiten oder Fleisch. Allerdings gibt es noch viel mehr Sachen, auf die es sich lohnen kann zu verzichten. Wenn du also sowieso schon dauerhaft vegan/vegetarisch, ohne Süßigkeiten, rauch- und alkoholfrei lebst (ja die gibt es wirklich ;-), dann findest du hier viele weitere Anregungen, bei denen es meist nicht um Essen geht.

 

Der undarstellbare Fastenplan

Doch halt: bevor es losgeht, will ich dir noch den undarstellbaren Fastenplan schenken. Ich habe gute Erfahrungen mit „Habbit-Tracking“ gemacht. Das heißt, wenn du eine neue Gewohnheit, wie z.B. Sport in dein Leben einführen willst, hast du einen genauen Plan dafür, den du jeden Tag abhaken kannst. So weißt du langfristig, wie oft du deine Gewohnheit tatsächlich umgesetzt hast und bist motivierter, weil du deine bisherigen Erfolge siehst. Häufig wird empfohlen eine neue Gewohnheit 30-60 Tage lang durchzuziehen. Danach ist sie zur Routine geworden und du wirst sie ganz von alleine machen, so wie du jeden Tag Zähne putzt ohne darüber nachdenken zu müssen.

Die 40 Tage Fastenzeit sind also auch ein guter Zeitraum, um eine neue Gewohnheit auszuprobieren, die du sowieso schon immer umsetzen wolltest, es aber irgendwie nie geschafft hast. Wenn du die 40 Tage schaffst, dann stehen die Chancen gut, dass es für dich dauerhaft zur Gewohnheit wird.

Hier kannst du den Plan runterladen und ausdrucken: 

 

Du kannst den Fastenplan in verschiedenen Weisen nutzen:

Variante A: Der klassische Weg: Du suchst dir genau EINE Sache raus, die du bis Ostern fasten willst. Das ziehst du durch und kannst – wenn du willst – diese Sache für immer fasten. Das muss nicht immer heißen, auf Dinge zu 100% zu verzichten. Es kann auch bedeuten, etwas nicht mehr als X-mal pro Woche zu machen. Oder eine gute Gewohnheit mindestens X-mal die Woche zu tun.

Variante B: Die 40 Ideen sind in sieben Kategorien unterteilt. Du kannst dir jede Woche eine Idee aus dem Wochenthema raussuchen, was du nur für diese Woche umsetzen willst. So sammelst du die Erfahrung in verschiedenen Bereichen und wirst ganz sicher eine ganze Menge dabei lernen. Eine Routine wirst du dadurch wahrscheinlich noch nicht erreichen. Aber dann hast du einen umfangreichen Erfahrungsschatz und wirst viele neue Ideen haben, was dir gut tut. Wenn du willst, kann du dann deine Lieblingsidee dauerhaft umsetzen – oder eben zur nächsten Fastenzeit mal 40 Tage angehen.

 

Also los geht’s: 

Woche 1: Dinge

Erstmal aufräumen und von unnötigem Ballast befreien. Ich habe vor meinem letzten Umzug alles systematisch nach der Methode Marie Kondos aussortiert und fand es wahnsinnig befreiend, säckeweise Kleidung wegzuschaffen, Kistenweise Bücher gebraucht zu verkaufen und somit mehr Platz zum atmen zuhause zu haben.

  1. Kleidungfasten. Das heißt nicht, dass du die Woche nackt rumlaufen sollst, sondern deinen Kleiderschrank ausmistest. Alles, was du im letzten Jahr nicht getragen hast, kann weg. Verschenken, tauschen, verkaufen oder in die Altkleidersammlung.
  2. Bücherfasten. Auch hier gilt: Lesen darfst du noch. Aber was man einmal durchgelesen hast, verstaubt meistens nur noch im Bücherregal.  Genau wie bei CDs, DVDs. Alles, was man schon lange nicht mehr benutzt und einen nicht glücklich macht, kann weg.
  3. Kleinkramfasten. Wieviel Deko, Geschirr und sonstwas hast du zu viel? Eine minimalistisch eingerichtige Wohnung wirkt beruhigender.
  4. Erinnerungenfasten. Alte Fotos und sonstige Erinnerungen sollte man auf keinen Fall einfach wegwerfen. Allerdings haben wir auch hier oft Dinge, die uns eigentlich gar nicht mehr wichtig sind. Brauchst du wirklich noch dein Mathehefter aus der 4. Klasse als Erinnerung an deine Grundschulzeit?

 

Woche 2: Nahrung

Wir belasten unseren Körper mit Dingen, die nie für ihn vorgesehen waren. Setz auf natürliche Nahrungsmittel, die deine Oma schon kannte und entlaste deinen Organismus.

  1. Getränkefasten. Faste alles außer Leitungswasser. Etwas anderes braucht dein Körper nicht an Getränken. Einzige Ausnahme: Bei Bedarf Tee z.B. für Husten oder andere Wehwehchen. Wasser kann man übrigens auch gut warm trinken.
  2. Zuckerfasten. Meide alle Lebensmittel, denen Zucker zugesetzt ist.
  3. E-Stofffasten. Auch die braucht dein Körper nicht. Also: Echte unverarbeitete Lebensmittel kaufen und selbst kochen. Wenn es Fertiggerichte sein müssen, wirst du eher in Bio-Lebensmittel als bei konventioneller Nahrung fündig.
  4. Alkoholfasten. Abendmahl wäre als Ausnahme erlaubt 😉 Aber die Sonntage werden typischerweise sowieso nicht zu den Fastentagen gezählt.
  5. Fleischfasten. Die alte Tradition, dass es nur Sonntags Fleisch gibt, könnte ohnehin eine gute Richtlinie sein – und dann bitte nicht aus konventioneller Massentierhaltung.
  6. Tierfasten. Du fastest alles tierische: Fleisch, Eier, Milchprodukte, Gelantine. Wenn du das länger machst, mach dich schlau über gesunde Ernährung für Veganer, damit dir nichts fehlt.

 

Woche 3: Nachhaltigkeit

Wir merken immer mehr, dass es ernst ist um die Gesundheit unseres Planeten. Wir sind verantwortlich für die Bewahrung der Schöpfung.

  1. Plastikfasten. Die Meerestiere brauchen nicht noch mehr davon zu fressen. Kaufe nichts aus Plastik. Fast alle grundlegenden Lebensmittel lassen sich ohne Plastikverpackung kaufen. Und ohne Plastiktüte dazu sowieso.
  2. Müllfasten. Reduziere sämtlichen Müll, soweit es irgendwie geht, nicht nur Plastik.
  3. Konsumfasten. Du darfst nichts einkaufen, außer Nahrung.
  4. Autofasten. Die allermeisten Strecken lassen sich durch Bus & Bahn oder das Fahrrad ersetzen. Bei allem unter einer halben Stunde Fußweg brauchst du erst gar nicht an ein Fortbewegungsmittel denken, dazu hast du Füße. Danach kommst du vielleicht sogar auf die Idee, dass du dein Auto verkaufen kannst. Auch die Kirchen machen sich fürs Autofasten stark.
  5. Heizungfasten. Kommt jetzt drauf an, wie warm es in der Fastenzeit sein wird.  Du sollst jetzt nicht deine Wohnung einfrieren oder verschimmeln lassen. Dennoch reicht mit einer extra Schicht Kleidung, Decke, Wärmflasche und Tee die Heizung auf sehr niedriger Stufe.
  6. Stromfasten. Das stell ich mir für 7 Wochen etwas hart vor. Licht kannst du zumindest durch Kerzen ersetzen. Du kannst dir jeden Tag ein Zeitfenster festlegen, in dem kein Strom verbraucht werden darf.

 

Woche 4: Denken

Ein bisschen denken schadet nicht 🙂 Aber viele negative Gedanken schon.

  1. Sorgenfasten. Fast alle Sorgen sind unbegründet, da das befürchtete Ereignis nicht eintritt. Gib deine Sorgen ab.
  2. Ärgerfasten. Sieh alles Ärgerliche aus einer anderen Perspektive: Aus der Sicht des anderen, aus Gottes Sicht, aus deiner Sicht in einem Jahr.
  3. Vorurteilefasten. Wie denkst du über andere? Versuche jeden Menschen absolut gleich zu sehen, ohne die Vorurteile, die du ihm aufgrund seines Aussehens oder seines ersten Verhaltens überstülpen willst.
  4. Jammernfasten. Auch hier hilft der Perspektivwechsel. Wie groß sind deine Probleme im Vergleich zu einem Flüchtling auf dem Mittelmeer, einem Obdachlosen, einem Drogensüchtigen?
  5. Faulfasten. Verzichte aufs Faulsein und Prokrastinieren. Gehe in der Fastenzeit aktiv alle deine Aufgaben und Probleme an. Zu Ostern hast du alles hinter dir!
  6. Arbeit-zu-Hause-fasten. Nimm dir keine Arbeit mit nach Hause. Nicht in Gedanken und erst recht nicht via ständiger Erreichbarkeit. Wer kein Notdienst ist, muss außerhalb der Arbeitszeit nicht erreichbar sein. Wenn du generell von zu Hause arbeitest: setzte dir klare Arbeitszeiten.

 

Woche 5: Natur

Anfangs des Jahres habe ich bei einem Waldspaziergang gedacht: „Für 99% aller Probleme im Kopf ist die Lösung: Der Wald!“

  1. Stadtfasten. Gehe jeden Tag eine Stunde in den Wald. Alternativ Park, Feld, Garten.
  2. Wohnungsfasten. Geh raus, selbst wenn du nur Straßen und graue Häuser ringsum hast. Z.B. jeden Tag früh, mittags und abends.
  3. Graufasten. Schau nicht nur auf Bildschirme, weiße Wände und graue Fassaden. Schaue oft genug zum Fenster raus ins Grüne. Falls da gar kein Grün ist, sind Grünpflanzen auf deinem Schreibtisch auch ein Anfang.
  4. Sitzfasten. Dagegen hilft ein Schrittzähler. 10.000 Schritte am Tag sind ein gutes Ziel.
  5. Nach-unten-schauen-fasten. Nach oben schauen stimmt positiver. Beobachte, wie die Wolken ziehen.
  6. Schuhefasten. Erde dich. Gehe barfuß über die Wiese. (Dabei auch in die Wolken schauen ist zwecks Hundekacke nur einschränkt zu empfehlen 🙂

 

Woche 6: Achtsamkeit

Achtsamkeit ist nicht nur Trend, sondern in unser schnelllebigen und reizüberfuteten Umwelt für viele überlebenswichtig.

  1. Stressfasten. Suche dir eine Meditationstechnik, still oder angeleitet.
  2. Sofort-losschlingen-fasten. Halte vor dem Essen inne und sei dankbar mit einem Tischgebet.
  3. Nachrichtenfasten. Die meisten Nachrichten, egal ob per Zeitung, Radio oder Fernsehen konsumiert, sind negativ. Du wirst nichts verpassen. Lies stattdessen in Ruhe ein Buch oder das Buch der Bücher.
  4. Geräuschefasten. Such dir einen stillen Ort, an dem es so leise wie möglich ist. Wenn das nicht möglich ist, kannst du mit Kopfhörern Naturgeräusche hören, um andere Geräusche auszusperren.
  5. Hetzenfasten. Mache alles langsam statt schnell. In der Ruhe liegt die Kraft.
  6. Unzufrieden-sein-fasten. Schreib dir jeden Abend drei Dinge auf, für die du heute dankbar bist.

 

Woche 7: Digital Detox

Das Thema kommt erst am Schluss, weil ich glaube, dass es für viele am Schwierigsten ist. Nimmst du die Herausforderung an?

  1. Social-Media-fasten. Melde dich für die Fastenzeit von allen Social Media Kanälen ab. What’s App zählt auch dazu.
  2. Smartphonefasten. Dein Smartphone kommt in die Schublade. Wenn du dringend erreichbar sein musst, findest du bei dir oder Freunden bestimmt irgendwo noch ein altes Handy, was du in dieser Zeit nutzen kannst. Es gibt in meinem Umfeld glückliche junge Menschen, die noch nie eine Smartphone besessen haben. Es geht alles 🙂
  3. Datenweitergabefasten. Du gibst online wissentlich und unwissentlich eine Menge über dich preis und kannst nicht kontrollieren, was mit diesen Daten passiert. Mach dich schlau über anonymes surfen, verschlüsselte Kommunikation, schau deine Social Media Profile durch und widersprich den ganzen nervigen Cookiebannern.
  4. Mails-lesen-fasten. Selbst wenn du beruflich nicht drauf verzichten kannst: Einmal pro Wochentag Mails checken reicht in 99% der Fälle aus.
  5. Bewegtbildfasten. Dazu zählt neben Fernsehen auch Youtube und Netflix. Faste alle Videos und Filme.
  6. Internetfasten. Mobile Daten und dein WLAN Router bleiben aus und dürfen nur in streng limitierten Zeiträumen aktiviert werden, wenn du vorher genau weißt, was du online willst.

 

 

Hier geht’s zu deinem Fastenplan, auf dem du jeden Tag deine Erfolge abhaken kannst: 

Zusätzlich kannst du jeden Tag eintragen, was du dabei gelernt hast. Einfach ausdrucken und an die Pinnwand, auf den Schreibtisch oder in den Kalender legen.

 

Alle Ideen können hier nur kurz angerissen werden. Wenn du von einer Idee vorher noch nie was gehört hast, frag gerne nach, wenn du nichts damit anzufangen weißt.

Bitte denk jetzt nicht, dass du alle 40 Punkte machen musst oder dass ich alle diese Punkte im Griff hätte. Einige Punkte setze ich schon länger ganz gut dauerhaft um, bei anderen bin ich weit entfernt.

Diese Fastenzeit will ich mir jede Woche eine andere Idee aus den sieben Kategorien vornehmen.

 

Was fastest du? Hast du dir eine der 40 Ideen vorgenommen? Lass es mich gerne wissen. Hier, auf Instagram, Facebook, Twitter oder schreib es mir per Mail. Du kannst den Hashtag #undarstellbarfasten verwenden.

 

 

 

Motive zu Feiertagen des Kirchenjahres

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